Enterprise-SBC
Enterprise Session Border Controller (eSBC)
Eine Plattform, zwei Leistungsklassen, sechs Modultypen — der Schnittstellenmix folgt dem Standort, nicht dem Katalog.
Ein SIP-Trunk rückt die Telefonanlage bis auf einen Routing-Schritt an das offene Internet heran. Genau dort steht der eSBC. Er terminiert die SIP-Session des Providers, verbirgt die interne Topologie, filtert, was die Anlage überhaupt erreichen darf, und schreibt Header um, wo Provider und Anlage sich über Rufnummernformat, Transport oder Codec nicht einig sind. Die Anlage spricht am Ende mit einer bekannten Gegenstelle statt mit dem Internet.
Die zweite Aufgabe ist die Verkabelung, die am Tag des Vertragswechsels nicht verschwindet. Zwei Modulsteckplätze nehmen BRI, PRI, FXS, FXO oder Hybridkarten auf, sodass dasselbe Gerät auch eine ISDN-Leitung, ein analoges Faxgerät oder ein Aufzugnotruftelefon anschließt. Zieht der Standort später auf einen reinen SIP-Trunk um, wechselt das Modul und nicht das Gerät — dafür ist die Plattform modular.
Sessions gibt es in zwei Ausprägungen. Wird die Medienspur unverändert durchgereicht, ist es eine transparente Session; muss sie über den Hardware-DSP, weil beide Seiten keinen gemeinsamen Codec haben, ist es eine transcodierte. Beides lässt sich auf einem Gerät mischen, beides wird pro Session lizenziert. Gespräche zwischen den PSTN-Schnittstellen und SIP — also FXO, BRI oder PRI nach SIP — brauchen überhaupt keine Session-Lizenz. Nur SIP-zu-SIP-Verkehr braucht sie.
Welche Größe passt, entscheidet die PSTN-Seite und der Transcoding-Bedarf, nicht die Zahl der Nebenstellen. M und L teilen sich dasselbe Gehäuse mit zwei Modulsteckplätzen; M trägt 16 PSTN-Kanäle und 8 transcodierte Sessions, L 64 PSTN-Kanäle und 16 transcodierte Sessions. Beide tragen dieselben 128 transparenten Sessions und dieselben zwei Netzwerkports, und bei beiden sind zwei transcodierte SIP-zu-SIP-Sessions inklusive.
Die beiden Schnittstellenwelten haben eigene Seiten: ISDN-Gateways für BRI und PRI, Analog-Gateways für FXS und FXO. Die Module selbst stehen unter Zusatzmodule.
Funktionen
- Trennt das interne SIP-Netz vom Provider: Topology Hiding, SIP-DoS-Erkennung, Zugriffskontrolllisten
- Schreibt SIP-Header um und wandelt zwischen TCP und UDP, RTP und SRTP sowie abweichenden Codecs
- Zusatzmodule für BRI, PRI, FXS und FXO machen aus demselben Gerät ein ISDN- oder Analog-Gateway
- Failover über PSTN oder LTE
- Zwei Netzwerkports, Fernkonfiguration und Firmware-Updates über beroCloud
- Aluminiumgehäuse, keine bewegten Teile, 1 HE, Wand- oder 19-Zoll-Montage
Technische Daten
| Modulsteckplätze | zwei, bei BNSBC-M und BNSBC-L |
|---|---|
| Gleichzeitige Sessions | bis 128 transparent; 8 (M) oder 16 (L) transcodiert |
| Enthaltene Sessions | zwei gleichzeitige transcodierte SIP-zu-SIP-Sessions; weitere per Lizenz |
| PSTN-Kanäle | 16 (M), 64 (L) |
| Netzwerk | zwei 100-Mbit/s-Ports, LAN und WAN |
| Signalisierung | SIP User Agent nach RFC 3261 über UDP oder TCP, optional TLS 1.2, SRTP |
| Sprache | G.711 mit Echokompensation G.168/G.165 bis 128 ms, Sprachaktivitätserkennung, Comfort Noise, DTMF-Erkennung, T.38-Faxrelais |
| Strom und Maße | 110-230 V, 12 V DC bei 2 A; M und L 170 x 170 x 42 mm |
| Umgebung | Betrieb 0 bis 40 °C mit dem mitgelieferten Netzteil, 0 bis 70 °C mit einem dafür ausgelegten Netzteil; Lagerung −20 bis 70 °C; Feuchte 10–90 % (Betrieb), 5–95 % (Lagerung), nicht kondensierend |
| Konformität | CE, FCC und ACMA |
Modelle und Konfigurationen
| SKU | Enterprise-SBC | Gleichzeitige Sessions | PSTN-Kanäle | |
|---|---|---|---|---|
BNSBC-M | Zwei Modulsteckplätze, bis 16 PSTN-Kanäle | 128 / 8 | 16 | Im Shop ansehen |
BNSBC-L | Zwei Modulsteckplätze, bis 64 PSTN-Kanäle | 128 / 16 | 64 | Im Shop ansehen |
Häufige Fragen
Brauchen Gespräche zwischen ISDN- oder Analogports und SIP eine Session-Lizenz?
Nein. Gespräche zwischen den FXS-, FXO-, BRI- oder PRI-Ports und SIP brauchen keine Session-Lizenz. Nur SIP-zu-SIP-Verkehr, etwa zwischen einem SIP-Provider und einer SIP-Telefonanlage, belegt transparente oder transcodierte Sessions.
Was unterscheidet eine transparente von einer transcodierten Session?
Eine transparente Session reicht die Mediendaten unverändert durch. Eine transcodierte Session führt sie über den Hardware-DSP, weil beide Seiten keinen gemeinsamen Codec haben. Beide werden pro Session lizenziert und lassen sich auf einem Gerät mischen.
Kann ich die Schnittstellen später ändern?
Ja. BRI, PRI, FXS und FXO sind Zusatzmodule. Ändern sich die Leitungen am Standort, wird ein Modul getauscht oder in einem freien Steckplatz ergänzt, das Gerät bleibt.
Kosten SIP over TLS oder SRTP eine zusätzliche Lizenz?
Nein. SIP over TLS 1.2 und SRTP brauchen keine eigene Lizenz. SRTP lässt sich optional oder verpflichtend einstellen, mit Auswahl der Crypto-Suites.
Wie kommen Zertifikate auf das Gerät, und wird SCEP unterstützt?
Zertifikat und privater Schlüssel werden in Ihrer eigenen PKI erzeugt und auf das Gerät geladen, getrennt für jede Netzwerkschnittstelle. Die Schlüssellänge bestimmt Ihre PKI; RSA mit 3072 Bit ist getestet. SCEP wird nicht unterstützt; für größere Rollouts stehen DHCP-Optionen, die REST-API oder beroCloud zur Verfügung.