ISDN-Gateways
ISDN-VoIP-Gateways: BRI und PRI nach SIP
Die ISDN-Seite der modularen Plattform: ein Gehäuse, eine Weboberfläche, von zwei BRI-Ports bis zu 60 PRI-Kanälen.
ISDN sollte längst verschwunden sein, und in den meisten Verträgen ist es das auch. Nicht verschwunden ist die Technik dahinter: die Telefonanlage, die noch Jahre Abschreibung vor sich hat, die DECT-Installation, deren Basisstationen an einem S0-Bus hängen, die Alarmanlage, die über einen B-Kanal hinauswählt. Ein ISDN-Gateway ist das, was diese Technik weiterarbeiten lässt, nachdem aus der Leitung dahinter ein SIP-Trunk geworden ist.
Alle diese Modelle sind dieselbe modulare eSBC-Plattform mit einem ISDN-Modul. Das ist aus zwei Gründen wichtig. Die Schnittstelle lässt sich später ändern, ohne das Gerät zu wechseln — 4-BRI-Modul raus, PRI-Modul rein, wenn der Standort konsolidiert. Und die SIP-Seite ist ein vollwertiger SBC: Topology Hiding, Header-Umschreibung, Codec-Wandlung und zwei Netzwerkports, nicht bloß ein Protokollumsetzer.
Jeder Port schaltet per Software zwischen TE und NT um, ohne Jumper. Bei BRI-Ports sind Pin-Tausch und 100-Ohm-Abschluss inbegriffen — der Unterschied zwischen einer Anfahrt und einem Browser-Tab, wenn ein Standort andersherum verkabelt ist, als der Plan behauptet hat. Ein PRI-Port braucht im NT-Modus ein E1-Crossover-Kabel. Die BRI- und PRI-Module tragen eine High Precision Clock, die eine DECT-Installation braucht, damit die Basisstationen synchron bleiben.
Ein Hinweis zur Lizenzierung, weil es oft umgekehrt vermutet wird: Gespräche zwischen den ISDN-Ports und SIP brauchen keine Session-Lizenz. Die Lizenzen für transparente und transcodierte Sessions gelten ausschließlich für SIP-zu-SIP-Verkehr. Ein reines ISDN-nach-SIP-Gateway kommt ohne sie aus.
Für Amerika lassen sich die PRI-Modelle mit einem T1-Modul statt E1 bestücken. Faxserver erreichen die Leitung über beroCAPI, wodurch die CAPI-Anwendung auf einer virtuellen Maschine bleibt statt auf einem Server mit Steckkarte.
Die analogen Schnittstellen derselben Plattform beschreibt die Seite Analog-Gateways. Die Plattform selbst, ihre Session-Lizenzen und das vollständige Modulsortiment stehen unter Enterprise-SBC und Zusatzmodule.
Funktionen
- TE- oder NT-Modus je Port per Software, ohne Jumper; bei BRI mit Pin-Tausch und 100-Ohm-Abschluss, bei PRI im NT-Modus mit E1-Crossover-Kabel
- High Precision Clock auf den 4-BRI- und PRI-Modulen — DECT-Basisstationen brauchen sie für die Synchronisation
- Q.921 und Q.931 (EuroISDN DSS1) mit CLIP ohne Screening, CLIR, COLP, UUS, MCID, CD, CNIP und AOC-D; Q.SIG mit CNIP
- Gespräche zwischen ISDN und SIP brauchen keine Session-Lizenz; lizenziert wird nur SIP-zu-SIP-Verkehr
- Faxserver erreichen die Leitung über beroCAPI, ohne ISDN-Karte im Server
- Für Amerika sind T1-Module statt E1 erhältlich
Technische Daten
| Schnittstellen | BRI (S0) und PRI (S2M, E1); T1 auf Anfrage für Amerika |
|---|---|
| Portmodus | TE oder NT je Port, per Software umschaltbar; BRI mit Pin-Tausch und 100-Ohm-Abschluss je Port; PRI im NT-Modus mit E1-Crossover-Kabel |
| Takt | High Precision Clock auf den Modulen 4 BRI, 8 BRI und allen PRI-Modulen |
| Signalisierung | Layer 2 Q.921, Layer 3 Q.931 (EuroISDN DSS1); DSS1 mit CLIP ohne Screening, CLIR, COLP, UUS, MCID, CD, CNIP, AOC-D; Q.SIG mit CNIP |
| Sprache | G.711 mit Echokompensation auf bis zu 16 Kanälen; G.723.1 mit Annex A, G.729 a/b und G.726; G.168/G.165 bis 128 ms |
| Fax | T.38-Faxrelais (V.27, V.29 und V.17); CAPI 2.0 über beroCAPI |
| SIP | RFC 3261 über UDP oder TCP, optional TLS 1.2, SRTP; mit Lizenzen bis 128 transparente SIP-zu-SIP-Sessions |
| Gehäuse | M und L 170 x 170 x 42 mm; 1 HE, Wand- oder 19-Zoll-Montage |
| Konformität | CE nach EN 55022, EN 55024 und EN 60950 |
Modelle und Konfigurationen
| SKU | ISDN-Gateways | Gleichzeitige Sessions | PSTN-Kanäle | |
|---|---|---|---|---|
BNSBC-M-2HYB | Zwei BRI und zwei FXS | 128 / 8 | 6 | Im Shop ansehen |
BNSBC-M-4BRI | Vier BRI, High Precision Clock | 128 / 8 | 8 | Im Shop ansehen |
BNSBC-M-8BRI | Acht BRI, High Precision Clock | 128 / 8 | 16 | |
BNSBC-L-4BRI | Vier BRI, ein freier Modulsteckplatz | 128 / 16 | 8 | Im Shop ansehen |
BNSBC-M-1E1 | Ein PRI (E1), 16 Kanäle nutzbar | 128 / 8 | 16 | Im Shop ansehen |
BNSBC-L-1E1 | Ein PRI (E1), volle 30 Kanäle | 128 / 16 | 30 | Im Shop ansehen |
BNSBC-L-2E1 | Zwei PRI (E1) | 128 / 16 | 60 | Im Shop ansehen |
Häufige Fragen
Brauche ich für Gespräche zwischen ISDN und SIP eine Session-Lizenz?
Nein. Gespräche zwischen den BRI- oder PRI-Ports und SIP brauchen keine Session-Lizenz. Lizenzen gelten nur für SIP-zu-SIP-Verkehr, ein reines ISDN-zu-SIP-Gateway braucht also keine.
Brauche ich Jumper, um einen Port zwischen TE und NT umzuschalten?
Nein. Der Modus wird je Port per Software eingestellt. Bei BRI-Ports gehören Pin-Tausch und 100-Ohm-Abschluss dazu; ein PRI-Port (E1) braucht im NT-Modus ein E1-Crossover-Kabel.
Liefern die Gateways einen Takt für DECT-Basisstationen?
Ja. Die Module 4 BRI und 8 BRI sowie alle PRI-Module haben eine High Precision Clock, die DECT-Basisstationen zum Synchronbleiben brauchen.
Funktioniert das BRI-Gateway mit CompanyFlex der Deutschen Telekom?
Ja. Die BRI-Gateways arbeiten mit dem SIP-Trunk CompanyFlex der Deutschen Telekom. Halten Sie das Gateway auf der aktuellen Firmware.
Kann ich später weitere BRI-Ports ergänzen?
Ja, wenn das modulare Gateway einen freien Modulsteckplatz hat: Dort wird ein 4-BRI-Modul eingesetzt. Die zusätzlichen Ports brauchen keine Session-Lizenz.